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Australische Rechtsradikale rüsten sich für Sydney 2000
   

Wenn in Brisbane ein Dutzend Männer in SS-Uniformen aufmarschieren, um am Speaker‘s Corner Reden zu halten, dann interessiert das die Menge kaum. Ob Holocaust-Lüge, Hitler-Verehrung oder Ausländerhass aggressiv thematisiert wird, der Polizei ist's einerlei und die australische Presse schweigt die Aktionen längst konsequent tot. Die NSDA (Nationalsozialistische Partei Australiens) wurde 1962 gegründet und hatte zunächst das Hauptziel den Vietnamkrieg zu unterstützen bzw. die Gegner, sprich Studenten und Kommunisten zu bekämpfen. In den 70-er Jahren gab es noch reichlich Wählerstimmen doch seit die rechtsgerichtete Partei "One Nation" das rechte Wählerpotential bindet, radikalisiert sich die Partei. Als Drahtzieher der NSDA gelten drei Personen, die wir bei öffentlichen Auftritten wie auch privat gedreht haben: John Striker, 26 wurde nach sechseinhalb Jahren wegen diverser Waffendelikte aus der Armee entlassen.

Er bezieht eine ansehnliche Pension und kann sich in aller Ruhe seinen Aktivitäten widmen. Er verlegt die Szenehefte "Stormtrooper" und "Signal", kommuniziert mit den Kameraden im "Vaterland" (gemeint BRD) und den USA. Der intelligente aber völlig fehlorientierte junge Mann, der Psychologe werden will ist getrieben von Ausländerhass und Angst vor der asiatischen Invasion. Sein Lebensziel: Den "White-Pride"-Gedanken voranzutragen. Ross May, 53, genannt "the Skull", ist seit 1964 in der NSDA. Seine meist handgreiflichen Aktionen haben ihm bereits zahlreiche Gefängnisaufenthalte eingetragen. Ob er in Südafrika eine "Pro-Apartheit-Demo" organisiert, seine Erzfeinde, die Juden bespitzelt, unter der Bevölkerung geschickt den Unmut über Flüchtlinge aus zumeist asiatischen Nachbarstaaten schürt oder einen Anti-Nigger-Rap aufrührt, der Demagoge sucht und findet die Öffentlichkeit, die den Altskinhead in SS-Uniform allerdings eher belächelt. Robert Palmer, 49, ist Berufspolitiker, der in der Liberal-Party bereits Karriere gemacht hatte, bevor er zur NSDA kam. Der Vater von sechs Kindern lebt in einem Vorort von Sydney und indoktriniert die Skinheadjugend und seine Kinder, soweit es seine Frau zulässt.

Er will die Rettung der arischen Rasse, die Zerschlagung der jüdischen Ausbeutung und die Ausweisung aller Asiaten. Seine Triebfeder, die er auch vermitteln will, ist der blanke Hass. Seine Fenster sind vergittert, die Geschäftspartner liefen dem einst erfolgreichen Unternehmer alle davon, doch seine "Berufung" treibt ihn unentwegt voran. Für alle drei ist Adolf Hitler der größte Mann der jemals gelebt hat - sie vergleichen ihn mit Jesus. Der "Führergeburtstag" ist folglich auch das wichtigste Ereignis des Jahres, das ausschweifend gefeiert wird. Selbst Regierungsbeamte und andere Träger öffentlicher Ämter, die heimliche NSDAP-Mitglieder sind, treten in Uniform auf und halten flammende Reden. Bei der Olympiade wollen sie das Interesse der Weltöffentlichkeit nutzen, die Vorbereitungen laufen schon.

Länge: 15 Minuten, produziert auf Betacam/SP