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Der heilige Elefant
   

Im südostasiatischen Raum genießt der Elefant eine herausragende Stellung. Neben seiner Funktion als Arbeitstier gilt er im religiösen Sinne als Symbol für Kraft und Erdverbundenheit. Auf Sri Lanka war die nationale Bestürzung groß, als der "Wunderelefant" Raja kürzlich im Alter von 84 Jahren starb. Er hatte doch 53 Jahre lang sämtlichen Machthabern treu gedient, indem er bei größeren religiösen Festivals und Prozessionen den Schrein mit einem Zahn von Buddha (2.500 v. Chr.) trug. Er war dafür geradezu prädestiniert gewesen, denn Beine, Rüssel und Schwanz waren auf den Millimeter gleich lang. Außerdem war das Tier von sagenumwobener Intelligenz und Gutmütigkeit. Der Elefant genoss die Stellung eines Mönchs.

Sämtliche Staatspräsidenten mussten sich mit ihm gut stellen, um ihre Akzeptanz in der Bevölkerung nicht zu gefährden, denn Raja war bei allen wichtigen Staatsempfängen dabei. Als er im hohen Alter krank wurde (normales Höchstalter ca. 50 Jahre) war kein Rettungsversuch zu aufwendig: Die besten Ärzte wurden eingeflogen, Stützgerüste konstruiert, Wunderheiler konsultiert. Einige Male gelang die Wiederbelebung. Als Raja dann doch starb, bedankte sich das Land mit der Heiligsprechung des Tieres, sowie der Errichtung eines Tempels: Dort ist Raja ausgestopft zu bewundern. Außerdem werden sämtliche Utensilien und Fotos ausgestellt. 1.500 Besucher erweisen dem Tier täglich die letzte Ehre. Schnell ist der Tempel zum nationalen Wallfahrtsort geworden. Besonders für die Armen des Landes ist Raja ein Symbol. Darüber hinaus hat sich in Sri Lanka die Rolle des Arbeitselefanten geändert. Schleppte er früher noch ausschließlich Baumstämme, so muss er jetzt Horden elefantensüchtiger Touristen ertragen und als Fotoobjekt herhalten. Dafür wurde eigens ein Elefanten-Waisenhaus ins Leben gerufen, wo die Tiere ihren neuen Bestimmung entgegengeführt werden — als Fremdenverkehrsattraktion.

Länge: ca. 7 Minuten, produziert auf Betacam SP