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Deutsche Aussteiger im australischen Untergrund
   

Mitten im australischen Outback befindet sich das größte Opalvorkommen der Welt. Über eine Million Minenschächte unterhöhlen die Wüste rund um die 4.000 Seelenstadt, in der Glücksritter aus 46 Nationen auf den großen Fund hoffen. In der Sprache der eingeborenen Aborigines heißt "Kupa Piti" wörtlich übersetzt "Weißer Mann lebt in Loch". Nicht ganz falsch, denn aufgrund der enormen Hitze und des größten Ozonloches der Welt spielt sich das Leben in Coober Pedy zum größten Teil untertage ab. Die Menschen leben in mehr oder minder stillgelegten Minenschächten, die sie zu Wohnungen, sogenannten "Dugouts" ausgebaut haben.

Kirchen, Hotels, Restaurants und Geschäfte sind unterirdisch angelegt. "Underground" ist hier mittlerweile zum Qualitätssiegel geworden, denn die Temperatur beträgt hier konstant zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Und das, obwohl die Außertemperatur in der Wüste an einem Tag von 0 Grad bis über 50 Grad im Schatten schwanken kann. Anhand drei ziemlich unterschiedlicher deutschsprachiger Aussteiger, wird die Bandbreite dessen sichtbar, was man aus unterirdischen Höhlen oder einfach nur einem Felsen, irgendwo in der Wüste ohne behördliche Restriktionen an Individualität und Lifestyle entwickeln kann. Peter Rabbe aus Hannover ist seit 10 Jahren hier. Obwohl der 41jährige den großen Treffer noch nicht gelandet hat, schätzt er den Lebensstil und das Abenteuer beim Opalschürfen. Peter hat seinen Dugout, der im mexikanischen Pueblo-Stil gehalten ist, von Hand mit der Spitzhacke aus dem Felsen gehauen. Das Land hat er von der Regierung für ca. 30 Mark gekauft.

Der Schweizer Roland Wanner, 32, hat sich einen stillgelegten Minenschacht gekauft und zur Wohnhöhle umgestaltet. Dabei hat er seiner Vorliebe für Rock 'n Roll und düsteren Nippes freien Lauf gelassen. Außerdem hat er sich eine Schleiferwerkstatt eingerichtet, in der eigenen Schmuck entwirft und herstellt. Fremde werden von seinem Dugout, der von außen eher einem Schrottplatz gleicht, mit wüsten Sprüchen abgeschreckt. Auch Michael Venus, 36, aus Wien ist gerade dabei, mittels einer Tunnel-Maschine, die normalerweise beim Opalsuchen verwendet wird, seine Behausung zu vergrößern. Er hat den rustikalen Stil für sein Dugout gewählt und braut sein eigenes Bier. Wenn man ein neues Zimmer braucht, gräbt man sich eben eins. Das Leben und besonders der Schlaf ist im Dugout besonders bekömmlich: kein Stahlbeton, kein Elektrosmog und keine teuere und lästige Air-Condition. Leben unter Tage: eine Zukunftsvision?

Länge: 7 Minuten, gedreht auf Betacam/SP