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Juli Boyd - Cop in Compton, L.A.
   

Compton, das ist ein Stadtviertel Los Angeles, das man eine ”no-going-area" nennt, eine Gegend, wo man nicht hingeht, wo insbesondere Weiße nichts verloren haben. Die Wahlbeteiligung liegt bei 7%, jedes Wochenende werden durchschnittlich zehn Menschen erschossen. Die Los Angeles Riots gingen von hier aus und hier toben auch die Bandenkriege: im wilden Süden Amerikas. Gangs, die Jugendbanden, haben Tradition in der Engelstadt. In den Dreißiger Jahren formierten sich die ersten mexikanisch-amerikanischen Straßengangs. Ihr barrio, Revier, war der Osten L.A.s.

Heute gibt es Gangs vieler Nationalitäten in ganz Südkalifornien, der Konzentrationspunkt aber liegt in Watts, South Central und Compton, den drei Gang Vierteln von Los Angeles. Die 'Gangbanger', so nennen sich die 8 bis 18-jährigen Kinder und Jugendliche, gehören zwei großen verfeindeten Hauptgangs an, den ‚Bloods‘ und den ‚Crips‘. Jede Gang hat ihre Farbe, Rot bzw. Blau, ihre eigenen Rituale und hasst die andere bis auf den Tod. Die eigene Straße, das Territorium, zu verlassen ist lebensgefährlich, denn in Feindesland ist man vogelfrei, der gnadenlosen Suche nach Reputation eines anderen verzweifelten Kindes ausgeliefert. Gemeinsam sind sie arm, drogensüchtig, von den Eltern verlassen, von der Regierung vergessen, der Verwilderung preisgegeben. Ihr Chance der Profilierung liegt im Verbrechen; die Suche nach Anerkennung mutierte so in die brutalst mögliche Version des Darwinismus: im Brudermord. Im Zentrum dieses Hexenkessels thront die Compton Filiale der LAPD, L.A. Police Departement. 145 Cops versuchen die renitente Gemeinde in Schach zu halten, fünf davon sind weiblich.

Juli Boyd, 26 Jahre, Mutter eines neun Monaten alten Sohns, fing vor vier Jahren als erste Frau bei der Compton Police ihren harten Job an. Sie entschloss sich, Cop in der schlechtesten Gegend Los Angeles zu arbeiten, obwohl sie aus Long Beach stammt. Denn auch sie ist Schwarze und weiß aus eigener Erfahrung von Rassenhass und Diskriminierung. Sie sieht es als ihre Mission zu zeigen, dass es auch anders als im Kampf geht. Ihr größtes Problem im Polizeialltag, nämlich der Geschlechterkampf in der Männerdomäne. Die Kollegen sind stolz, ein hübsches Aushängeschild zu haben und Juli muss sich dagegen wehren, nur als ein solches behandelt zu werden. Über den Polizeifunk muss sie sich sexistische Witze anhören, immer noch gibt es für Frauen nur Männeruniformen und sie muss sowohl zu Gangbangern als auch zu den Kollegen doppelt hart sein, um als vollwertige Polizistin anerkannt zu werden. Juli ist es das wert, denn sie meint, Frauen seien die besseren Cops und nur sie können den Brudermord schwesterlich beenden.

Länge: 15 Minuten, produziert auf Betacam/SP