FilmGruppeMünchen
 
Film- und Fernsehproduktion

Über uns


Filme


Produktion- &
Postproduktion



Präsentations-DVDs


Videoshop

 

 

 


Kontakt

Impressum

 

Kuba - Tourismus oder Tod
   

Es gibt wohl nirgends eine zweite kleine Insel wie Kuba, die es immer wieder geschafft hat, im Rampenlicht der internationalen Öffentlichkeit zu stehen. Das einstige Zockerparadies und gleichzeitig gefürchtete Malaria-Hochburg wurde zum Tummelplatz illusterer Revolutionäre und dann als Erzfeind der USA fast Auslöser eines 3. Weltkrieges und zum Aushängeschild der Sowjetunion. Jetzt droht dem Tropensozialismus der wirtschaftliche Kollaps und dabei treibt der Kampf ums nackte Überleben immer eigenartigere Blüten. Auch Sextourismus ist für Kuba nichts Neues. Bis 1959 waren es die Amerikaner, die hier das schnelle Abenteuer suchten, dann die Arbeiter und Urlauber aus Warschauer-Pakt-Staaten. Jetzt ist wieder der Westen dran - allen voran Italiener und Deutsche. Der Tourismus ist dank eines US-Embargos bald die einzige noch intakte Einnahmequelle. Konsequenterweise formulierten die Kubaner ihr einstiges Revolutionsmotte "Sozialismus oder Tod" jetzt zynisch um in "Tourismus oder Tod".

Doch Castro zeigt sich unnachgiebig: In unberechenbaren Schüben hetzt er seinen gigantischen Staatssicherheitsapparat auf alles, was nicht in seine Pläne passt. Das Bildungsniveau ist hoch, doch das Einkommen eines Akademikers beträgt durchschnittlich 10 bis 20 Dollar im Monat - das eines Taxifahrers oder einer Prostituierten dagegen 50 bis 100 Dollar am Tag. Die sozialistische Grundversorgung mit Wohnung und Nahrungsmitteln funktioniert nicht mehr: der Schwarzmarkt regiert -und damit auch der Dollar. Privatwirtschaft wird geduldet und im selben Moment auch wieder verboten; die Menschen sind gezwungen, auf den Launen eines Diktators zu surfen, der lange Zeit die Sympathien der internationalen Linksliberalen genossen hat und sich verzweifelt an seine eigene Legende klammert.

Unverdrossen inszeniert er Ereignisse wie den Papstbesuch oder das späte Staatsbegräbnis der Revolutionsikone Che Guevara. Er zelebriert die Feindschaft zu den USA, während die Bevölkerung immer Ärgeres hinnehmen muss. Wir portraitieren die zwei jungen Schwestern, die sich prostituieren, um ihre Mutter zu ernähren. Sie ist eine Edelnutte aus Havanna, die während unserer Dreharbeiten verhaftet wurde und einer 5-jährigen Gefängnisstrafe entgegensieht. Außerdem begleiten wir die 27-jährige Ärztin Migdani. Auch sie geht anschaffen, weil sie von ihrem Gehalt von elf US-Dollar monatlich nicht überleben kann.

Länge: 30 Minuten, produziert auf Betacam/SP