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Sterbeklinik für aidskranke Kinder
   

Kapstadt, Südafrika: Am Fuße des malerischen Tafelberges liegt das Nazareth-Haus, eine Klinik im altenglischen Stil, die von Ordensschwestern betrieben wird. Die frommen Frauen kümmern sich hier um aidskranke Kinder, die von ihren Müttern einfach irgendwo ausgesetzt worden sind. Zwei bis drei Jahre beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung der Kinder. Ihre Körper sind schwach und anfällig, ständig müssen sie behandelt werden. Mariusha ist die älteste hier; sie wird bald fünf - doch ob sie diesen Geburtstag erleben wird weiß keiner. Die zweijährige Roberta muss täglich von der Physiotherapeutin behandelt werden, da sie völlig bewegungsunfähig ist Als sechsmonatiges Baby war sie von vier erwachsenen Männern hintereinander vergewaltigt und mit AIDS angesteckt worden - die Mutter stand hilflos daneben. Die Geschichten der Kinder im Nazareth-Haus sind kurz und tragisch: Zehn Kinder musste Schwester Margaret heuer schon beerdigen. Keine leichte Aufgabe für die 45-jährige Engländerin aus Summerset. Häufig sucht sie Trost in der Kapelle. Ihre Arbeit bringt sie manchmal an ihre Grenzen und sie betet, um die nötige Kraft, weitermachen zu können.

Auch Schwester Prinzess vom Roten Kreuz arbeitet eng mit dem Nazareth-Haus zusammen. Auf ihrer täglichen Tour durch die schwarzen Townships hat die Sozialarbeiterin ständig mit dem alltäglichen Horror zu tun, der durch das Aidsvirus für Kinder und Eltern entsteht: Meist stecken die Männer ihre Frauen an und verschwinden. Krank und verzweifelt bleiben die dann mit ihren Babies zurück. Mit niemandem können sie über Ihr Elend reden, denn ihre Familien würden sie sofort verstoßen, wenn die Krankheit bekannt wird. Schwester Prinzess hat eine Selbsthilfegruppe für HIV-positive Mütter gegründet in der das Thema wenigstens einmal angesprochen werden kann. Rührend bemühen sich die Schwestern im Nazareth-Haus ein wenig Freude ins Leben der schmerzgeplagten Kinder zu bringen. Doch das Spielen im Garten ist gefährlich für sie, denn die kleinste Erkältung oder Infektion kann bereits den Tod bedeuten. Der Informationsstand zum Thema AIDS ist hier im Township erschreckend niedrig. Manche glauben, es würde von selbst heilen, andere vermuten eine Waffe der Weißen, um das Land zurückzuerobern. Jede der kranken Mütter in der Selbsthilfegruppe hat mittlerweile eine neue Beziehung - eine ist sogar frisch verheiratet. Keine jedoch hat ihrem Partner von ihrer Infektion erzählt. Eine winzige Chance gibt es für die Kinder vom Nazareth-Haus.

So gering wie ein Lottogewinn zwar nur, aber immerhin. Es sind schon Fälle vorgekommen, bei denen plötzlich negative HIV-Test-Ergebnisse auftraten. Der kleine Luthando ist einer von ihnen. Wie lange dieses Ergebnis vorhält weiß keiner. Auf jeden Fall wurde er jetzt zur Adoption freigegeben. Ein weißes südafrikanischen Ehepaar hat sich spontan bereiterklärt, Luthando zu adoptieren. Die beiden haben bereits zwei Kinder. Sie freuen sich auf den Familienzuwachs und haben sich mit der besonderen Situation auseinandergesetzt und angefreundet. Am liebsten bringt Mariusha ihr Fotoalbum und will es zusammen mit den Schwestern oder Besuchern ansehen durchblättern, denn es bedeutet ihre Geschichte, ist die Chronologie ihres Daseins. Alle Kinder Im Nazareth-Haus haben so ein Album. Es beginnt mit dem Tag der Ankunft, dann folgen ein oder zwei Geburtstagsfotos, ein paar Bilder von Ausflügen und schließlich die Beerdigung. Bei den meisten Fotoalben sind nur die ersten Seiten voll - mehr Zeit war blieb nicht. Maiusha ist fast fünf, doch jetzt verschlechtert sich ihr Zustand sehr schnell. (Sie starb sechs Wochen nach unseren Dreharbeiten).

Länge: ca. 20 Minuten, produziert auf Betacam/SP